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Mittwoch, 28. Januar 2015

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel – Die unerwarteten Risiken


Blitz_Himmel
Es gibt Ereignisse, die treffen wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein. Das sind in Ihrem Projekt die nicht erkannten Risiken (unknown unknowns), von denen niemand gesprochen hat und an die man nicht im Entferntesten gedacht hat.
Sie können sich sicher noch gut an den Donnerstag den 16. Januar 2015 erinnern. Es hat wie ein Blitz aus heiterem Himmel eingeschlagen! Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die Bindung des Schweizer Frankens an den Euro mit einer Untergrenze von 1.20 CHF/EUR aufgehoben. Jeder Finanzinteressierte war geschockt, irritiert oder einfach völlig überrascht. Praktisch alle Marktbeteiligten haben mit Unverständnis darauf reagiert. Die Schweizer Börse ist innerhalb von Minuten um mehr als 15 % eingebrochen und die Wechselkurse der grossen Weltwährungen wie Dollar, Euro und Pfund sind zum Schweizer Schweizerfranken massiv eingebrochen. Die SNB hat ein Finanzereignis für die Geschichtsbücher gesorgt und die Finanzmärkte weltweit massiv beschäftig.

Totale Überraschung

 

Warum waren eigentlich alle von diesem Ereignis so total überrascht. Die SNB hat ja bei der Fixierung des Wechselkurses im Jahr 2011 gesagt, dass dies nur eine temporäre Massnahme ist und diese Bindung zu „gegebener Zeit“ wieder aufgehoben wird, sobald es der Wirtschaft wieder besser geht und der Schweizer Franken wieder “richtig” bewertet ist. Die SNB hatte in den letzten Monaten zwar nie eine Andeutung zu einer möglichen Aufhebung gemacht – aber jeder hätte jederzeit damit rechnen müssen!
Aber was hat das alles mit Risikomanagement zu tun? Das ist ein gutes Beispiel, dass analog auch auf das Risikomanagement in Projekten übertragbar ist. Oft weiss man während der Projektdurchführung von einem Risiko, dass irgendwann einmal eintritt. Eintrittswahrscheinlichkeit 100%, Auswirkung sehr gross. Ein Risiko mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 100% ist zwar per Definition bereits ein Issue, dass ins Problemmanagement gehört, aber lassen wir das mal vorab beiseite. Ob Finanzmarktbeteiligter oder Projektleiter, was machen Sie in einer solchen Situation? Sie wissen ein Risiko mit sehr grosser Auswirkung kann jederzeit eintreten. Stecken Sie den Kopf in den Sand und wollen nichts davon wissen, weil schon daran Denken unangenehm ist? Was machen Sie?

 

Ignorieren Sie Risiken nicht – unternehmen Sie etwas!

 

Risiken ignorieren ist die schlechteste Alternative, die Sie in einer solchen Situation wählen können.
Nehmen wir mal das obige Beispiel der SNB. Was hätten Sie vor diesem Event tun können?
  1. Risiko vermeiden? Nicht möglich! Sie sind dem Risiko ausgeliefert.
  2. Risiko vermindern? Das heisst Eintrittswahrscheinlichkeit oder Auswirkung vermindern? Eintrittswahrscheinlichkeit vermindern: Nein, Auswirkung vermindern; Ja
  3. Risiko übertragen? Grundsätzlich möglich, z.B. bei einer Versicherung oder mit Finanzinstrumenten
  4. Risiko selber tragen und abwarten was passiert: Möglich, und das haben die meisten gemacht!
Die meisten Investoren im Finanzmarkt haben das Risiko einer Aufhebung der Bindung verdrängt und gedacht, das wird schon einmal passieren, aber die SNB wird das sicher frühzeitig ankündigen oder „zwischen den Zeilen“ darauf hinweisen. Einige Wenige haben das Risiko ernst genommen und haben Ihre Finanzpositionen mit Finanzinstrumenten, wie z.B. Optionen abgesichert.
Auch in Ihrem Projekt kündigt sich das Eintreten von „totsicheren Risiken“ nicht immer an. Ihre Untätigkeit und Ignoranz könnte der Tod für Ihr Projekt bedeuten. Machen Sie es besser. Lernen Sie etwas aus diesem SNB Case!

Montag, 9. November 2009

Unmögliche Risiken? Vogel legt Cern lahm!

Der Zürcher Tagesanzeiger vom 9. November 2009 liefert wieder einmal eine interessante Schlagzeile: Vogel legt Cern lahm! Das hochkomplexe Cern erlitt durch einen sehr simplen Zwischenfall einen Kurzschluss.

"Von einem Vogel fallengelassene Brotkrümel haben beim Teilchenbeschleuniger des Cern in Genf einen Kurzschluss ausgelöst. Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag vergangener Woche, wie das Cern am Montag mitteilte. Die Baguettekrümel verursachten den Kurzschluss demnach bei einer externen elektrischen Anlage, die Teile des Large-Hadron-Collider (LHC) mit Strom versorgt. Wegen des Kurzschlusses sei auch ein Teil des Kühlsystems des LHC unterbrochen worden, sagte eine Cern-Sprecherin. Dadurch sei es zu einer leichten Erwärmung von der absoluten Tiefsttemperatur (minus 273 Grad Celsius) auf minus 268 Grad Celsius gekommen. Wenige Stunden nach dem Vorfall habe sich die Lage aber wieder normalisiert, die Störung sei nicht gravierend gewesen."

Was heisst hier nicht gravierend? Es hätte ja vielleicht auch schlimmer kommen können! Lassen Sie Ihre Projektmitarbeiter bei der Risiko-Identifikation beim Brainstorming auch utopische oder komische Risiken vorschlagen, wie zum Beispiel: "Von einem Vogel fallengelassene Brotkrümel könnten beim Teilchenbeschleuniger einen Kurzschluss auslösen". Solche Risiken stossen mindestens zum Nachdenken an und vielleicht sind sie ja doch nicht so utopisch?


Donnerstag, 4. Dezember 2008

Die wichtigste Tätigkeit beim Risikomanagement

Welches ist die wichtigste Tätigkeit beim Risikomanagement? Es ist eindeutig die Risiko-Identifikation. Bei der Risiko-Identifikation „sucht“ und „sammelt“ man alle erdenklichen Risiken und Chancen, die beim Projekt auftreten können. Dabei werden die identifizierten Risiken und Chancen jedoch noch nicht bewertet. Die Risiko-Identifikation ist der wichtigste Schritt im Risikomanagement-Prozess, denn Risiken, die nicht gefunden werden, können nicht bearbeitet werden. Erkannte und akzeptierte Risiken sind schon zur Hälfte beherrschte Risiken! Edward Murphy ist Ihnen vermutlich bekannt. Das folgende von Ihm geprägte Sprichwort bringt es auf den Punkt was Risikoidentifikation für Sie bedeuted:

Versuche mögliche Probleme zu finden bevor sie auftauchen, denn ...alles was schief gehen kann, wird schief gehen.(Murphy’s Risikomanagement Gesetz)