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Sonntag, 19. Januar 2014

Black Swans and “They Never Saw It Coming”

Auf dem Blog von TechWell gibt es einen guten Post über Black Swans und gescheiterte Projekte.
Bei Risiken und deren Eintreten wird oft argumentiert: Man sah es nicht kommen. Man wurde plötzlich überrascht. Dafür gibt es jedoch einige Gründe: Der erste ist natürlich,  man schaute einfach nicht hin. Man konnte es nicht sehen, weil man es nicht sehen wollte. Oder man wusste nicht wo man schauen sollte. Oder man konnte das Unglück nicht erkennen, bis es dann eingetreten ist.
Die 2008 Finanzkrise war sicher kein “Black Swan Event” weil sie einige kommen sahen und davon massiv finanziell profitierten und das grosse Geld daraus machten. Schauen Sie diese zwei Bücher an  The Big Short und All the Devils Are Here , die beschreiben, wie viele die Krise voraussahen und wie sie davon massiv profitierten.
Oft wird ein “Unglück” bei Projekten als “Black Swan Event” bezeichnet – eine faule Ausrede! “So etwas konnten wir nie voraussehen”. Man will der Wahrheit einfach nicht ins Gesicht sehen und zugeben, dass man sich zu wenig Mühe gegeben hat Risiken systematisch zu identifizieren und zu behandeln.


Gibt es bei Projekten Black Swans?

Wenn Sie ein ERP-System einführen, eine neue Website entwickeln oder mehrere alte IT-Systeme in ein neues System integrieren – hier gibt es keine Black Swans. Diese Projekte sind zu berechenbar.
Wenn Sie zum ersten mal einen Partikelbeschleuniger entwickeln und das Steuerungssystem für die supraleitenden Magneten entwickeln, da kann es unbekannte Unbekannte geben. Aber wenn das Stromversorgungssystem für diese Magneten unter Bäumen liegt, die bei einem Sturm auf die Stromversorgung fallen könnten, dann ist das kein Black Swan, sondern man hat einfach nicht nach Risiken gesucht.
Black Swans sind fast immer eine Ausrede für schlechtes Risikomanagement in Projekten.  Wir wollen uns nicht  mit Risiken beschäftigen weil es unangenehm ist. Wir haben keine Zeit uns mit Risiken beschäftigen. Wenn wir Risiken finden haben wir kein Budget für Verminderungsmassnahmen, nach dem Motto: „Es wird schon nichts passieren“. Und so weiter. Machen Sie es besser und nehmen Sie das Risikomanagement in Projekten ernst und schauen Sie sich schwarze Schäne im Zoo an.

Freitag, 23. April 2010

Wieso immer mit dem Schlimmsten zu rechnen ist

Am Beispiel des Vulkanausbruchs erklärt Bestseller-Autor und Philosoph Alain de Botton auf Tagesanzeiger.ch wie schnell unsere heile Welt ins Chaos versinken kann – und warum das in Ordnung ist.
Vulkane erinnern uns daran, dass wir Spielbälle von zerstörerischen Kräften sind, die in Schach gehalten, aber nicht gebändigt werden können. Oft meinen wir, dass wir alles unter Kontrolle haben und wähnen uns einer Sicherheit, die uns schon selbstverständlich ist. Das ist bei Projekten sehr ähnlich.
Dass wir das Risiko eines plötzlichen Vulkanausbruchs nicht wahrhaben wollen, liegt an der brutal verwirrenden Dualität der Wirklichkeit: Hier Generationen übergreifender Stetigkeit und Sicherheit, dort unangekündigte Katastrophen. Wir sind hin und her gerissen zwischen der plausibel erscheinenden Annahme, dass morgen alles beim Alten bleibt – und der Möglichkeit eines entsetzlichen Ereignisses, das unser Leben verändert. Weil Ersteres angenehmer scheint, vernachlässigen wir das Katastrophenszenario. Aus diesem Grund erinnerte Seneca an die Glücksgöttin Fortuna, in deren Händen unser Schicksal auf alle Zeiten liegt. Eine Göttin, die ihre Gaben grosszügig verteilen kann, nur um uns gleich darauf an einer Fischgräte ersticken oder mitsamt unserem Hotel in einer Flutwelle untergehen zu lassen.
Wie steht es mit Ihrem Projekt, rechnen Sie da auch mit dem Schlimmsten? Beschäftigen Sie sich bei der Risikoidentifikation auch mit sogenannten Black Swan Events? Es muss nicht gerade ein Vulkan sein der ausbricht, es gibt genug unverhoffte Dinge die Ihr Projektleben zu Hölle machen können und dort ist es sicher sehr heiss. Verfallen Sie jetzt aber bei solchen Perspektiven ja nicht in Depressivität, sondern handeln Sie. Es gibt immer Massnahmen, um auch schlimmsten Unsicherheiten zu begegnen. Wenn Sie die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos nicht massiv vermindern können, dann sollten Sie mindestens trainieren, dass Sie beim Eintritt des Risikos die Flucht ergreifen können.

Sonntag, 4. Januar 2009

Es kann noch schlimmer kommen als es Ihnen die grössen Pessimisten ausgemalt haben!

Es kommt nicht oft vor und es ist auch kein Black Swan. Aber nicht selten haben renomierte Pessimisten doch recht. Nur dieses mal haben auch die grössten Pessimisten untertrieben und wurden von der Gewalt der Ereignisse selber überrascht.
Die derzeitge brutale Finanzkrise die sich seit Mitte 2008 über uns hermacht und die Wirtschaftswelt vermutlich massgeblich verändern wird, wurde von einigen grossen Denkern wie Paul Krugman (The Return of Depression Economics and the Crisis of 2008) George Soros (The New Paradigm for Financial Markets: : The Credit Crisis of 2008 and What It Means) oder James Puplava schon vor einigen Jahren vorausgesagt haben. Sie wurden oft belächelt und verspotet - so etwas könne nie und nimmer passieren! Ihr Timing war vielleicht mehrere Monate daneben aber Ihre Prognosen sind sind noch schlimmer eingetroffen als sie es vorausgesagt haben und Sie selbst wurden von der Gewalt und Geschindigkeit der Ereignisse überrascht.